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Datenschutz in der Ordination


Das Problem:

Leider sind in letzter Zeit Nachrichten aufgetaucht, denen zu entnehmen ist, dass Patientendaten (zumindest verschlüsselt) an Außenstehende weitergegeben wurden. Einige der großen, sehr komplexen, sehr komfortablen, sehr bunten und sehr teuren Ordinationsprogramme haben offenbar ein Hintertürchen eingebaut, welches es technisch ermöglicht, alle medizinisch relevanten Daten aus den Aufzeichnungen des Arztes abzusaugen, was unbemerkt im Rahmen der Fernwartung geschehen kann; einige hundert Ärzte haben in diese Analyse eingewilligt und dafür eine Reduktion der monatlichen Servicegebühren um 30 Euro (einen Bruchteil der monatlich fälligen Zahlungen) erhalten; den anderen Ärzten (die Firma hat 2800 Ordinationen in Österreich als Kunden) versichert die betreffende Softwarefirma, dass diese Schnittstelle nicht genutzt worden sei.

Der Hauptzweck dieser Datenanalyse ist nicht, etwas über Sie, die Patientin, zu erfahren - es geht um eine Optimierung der Pharmawerbung. Mit den Daten der weltweit agierenden Firma IMS Health, die all diese Informationen letztlich auswertet und verkauft, können Pharmafirmen erkennen, wie Ärzte im Allgemeinen und wohl auch einzelne Ärzte im Speziellen so ticken, und wen man mit welchen Mitteln bearbeiten muss, um mehr zu verkaufen. Die Verletzung der Privatsphäre der Patienten ist eigentlich nur ein Kollateralschaden - trotzdem bedenklich, wenn man bedenkt, dass IMS Health in den USA beheimatet ist und dort die Geheimhaltung der Daten viel weniger streng als in Europa gehandhabt wird.


meine Kartei

Wie ist die Lage in meiner Ordination?

Ich habe kein solch aufwändiges System - erstens war es mir zu teuer, zweitens brauche ich es nicht, und drittens führe ich ohnehin viel lieber handschriftliche Notizen in althergebrachten Karteiblättern. Daher nutze ich mein EDV-Programm (es heißt PRAXIS, ist von den Kassen zertifiziert, kostet sehr wenig und ist schlicht, logisch und geradlinig aufgebaut, und "Fernwartung" ist unbekannt) nur zur Abrechnung mit den Kassen, denen ich einmal monatlich meine Abrechnungsdaten über gesicherte Leitung übermittle, und zum Ausfüllen von Formularen; diese Nutzung erfolgt komplett OFFLINE, und die Computer auf denen PRAXIS in meiner Ordination läuft haben überhaupt keinen Zugang zum Internet (Patientenkommunikation, Terminvergabe, Recherchen, Wartung der Homepage laufen über ein getrenntes System, welches mit dem Internet verbunden ist).


Somit ist auszuschließen, dass Ihre medizinische Daten aus meiner Ordination in die falschen Hände geraten.


Kann man sich nun also entspannen?

Leider nein. In einigen Monaten beginnt das zentrale Datenspeicherungsprojekt ELGA, das hauptsächlich getrieben von sehr nebulosen Einsparungsphantasien ("Vermeidung von Doppelbefunden" etc.) zwangsweise eingeführt wird, das ein Vermögen kosten wird und das es unglaublich vielen "Berechtigten" gestatten wird, Ihre medizinischen Daten zu lesen. Sie können zwar aus ELGA scheinbar herausoptieren - Ihre Daten werden aber im Hintergrund trotzdem gespeichert (sie sind nur nicht so leicht von alles Berechtigten abzufragen); wie es um die Sicherheit Ihrer Daten bestellt sein wird, können Sie sich aber lebhaft selbst ausmalen, wenn Sie in den letzten Jahren gelegentllich Zeitung gelesen haben - aber die Sozialversicherung ist ja sicher, dass ausgerechnet ihre Daten vor jedem Hackerangriff und jeder politischen Intervention, aber auch vor der einfachen Neugier der "Berechtigten" geschützt werden können.


Und gegen ELGA kann Sie leider auch keine datenbewusste Ordination schützen.


Bis dahin brauchen Sie sich aber keine Sorgen zu machen.


Ihr Dr.Wolfgang Scheibelhofer




Erklärung: über diese Homepage (Anbieterkennzeichnung, einige warnende Worte, etc.)